Diese Woche hat die Uni wieder angefangen. “Wieder” ist vielleicht das falsche Wort, da zwischen den beiden Semestern ja nur ein Wochenende “Ferien” lag. Aber gut, ich habe mich also mit meinem sorgsam aufgestellten Stundenplan auf den Campus begeben und musste im Laufe der Woche feststellen, dass ich den ganzen Plan nochmal neu ausarbeiten darf, da es mittlerweile wieder dermaßen viele Raum- oder Zeitänderungen gab. Auf diese wurde gewohnheitsgemäß nicht im Internet, sondern in Papierform an irgendwelchen Aushängetafeln in irgendwelchen Gebäuden hingewiesen. Die Woche fiel damit sehr ruhig für mich aus. Frage: Habe ich nun die Hälfte der Kurse verpasst oder habe ich es geschafft, zumindest die Hälfte besuchen zu können?
Es blieb dafür Zeit zum Kontakteknüpfen - habe zwei Finninen, zwei Östereichinnen und eine Amerikanerin kennengelernt. Letztere beim “Mardi Gras” Dienstagabend zur legendären one-and-only Quiz Night. Unser geliebter britischer Barkeeper “Canterbury” feierte seinen Abschied, und deshalb haben sich (zumindest einige) der Gäste ihrem Teamnamen entprechend verkleidet. Ob wir darunter waren? Aber sicher!
Unter dem Titel “Villains & Superheroes” gings dann in den Pub. Trotz vereinter Kräfte konnten wir nur einen beschämenden vorletzten Platz belegen - aber who cares? Dafür sahen wir am besten aus
Das Wetter ist inzwischen wieder bombig geworden: 20 Grad (wir befinden uns auf Celsius’ Skala) und Sonnenschein. Da vergisst man schnell, dass man sich eigentlich zum Studieren hier befindet. Man echt das Gefühl, wenn man morgens in T-Shirt und kurzen Hosen zum Wochenmarkt schlendert, dass man im Urlaub sei. Alle die mich besuchen kommen, können sich also verdammt auf das Wetter freuen! Habe mich auch gleich mit ein wenig französisch- und englischsprachiger Literatur beim Gebrauchtbuchwarenladen eingedeckt. Dies kommt einerseits daher, dass ich denke man sollte die “Großen” der Literatur schonmal gelesen haben (zumindest wenn man meine Fächer studiert
) und außerdem habe ich so die ideale Beschäftigung für die zweistündigen Pausen zwischen meinen Vorlesungen gefunden: Mit Automaten-Kaffee und nem Buch auf der Wiese in der Sonne sitzen. Montpellier ist so genial!
Freitagabend war dann ne “kleine Feier” bei uns in der WG. Fayssal und ich haben jeder paar Freunde eingeladen und Salat und Snacks vorbereitet. Scheinbar hat sich das Ganze dann durch bouche à oreille (Mundpropaganda) rumgesprochen, so dass wir unsam Ende mit gut 30 Mann in unserer kleinen Bude befanden. Ich habe Fayssal erst nicht glauben wollen, dass es nötig sei alles zerbrechliche aus Wohnzimmer und Flur zu entfernen, als wir dann aber früh saubermachten, war mir klar warum: das Wohzimmer sah erbärmlich aus, der Boden klebt noch heute und der Müll war wie absichtlich in der ganzen Wohnung verteilt. Trotzallem war es aber ein echt witziger Abend. Mit meinen Gästen Alex (US), Erika (US), Romina (MEX), Nicole (US), Stefan (D) sowie einer Portugiesin waren wir ne echt bunte Truppe: Französisches, Englisches und Spanisches Geschnatter von allen Seiten (manchmal auch Deutsch, wenn Stefan und ich nicht verstanden werden wollten
).
Heute ist “the day after” - ein wenig Katerstimmung beim Saubermachen. Ne gute Dusche und starker Kaffee haben uns jedoch wieder auf die Beine geholfen. Pauline von Korsika, die die vergangene Woche mit uns zusammen gewohnt hat, fährt morgen nach Portugal ab, um dort ein Semester lang mit Erasmus zu studieren. Portugal - dahin haben die Amerikaner und ich auch schon einen Ausflug im April geplant. Es wird also gewohnt “muy caliente”
Gutmachen, bis zum nächsten!
Hier noch ein Gruppenfoto von letzter Woche am Strand:
Du alter Angeber,du!!!! Du hast ja nur Sonne, weil du sie uns wieder geklaut hast. Wehe dir, die ist nächste Woche nicht aktiv.

Also auf die Quiz-Night bin ich gespannt wie ein Schnippsegummi.
Kisses
Tinchen Februar 9, 2008