Zweite Runde

Uwe am Januar 8, 2008

Inzwischen bin ich wieder im sonnigen und warmen Süden Frankreichs angekommen. Rein klimatisch ist das hier schon eine deutlich andere Geschichte als im Kühlschrank Deutschland. Neben den deutlich höheren Temperaturen werden einem dann auch ganz schnell die vielen kleinen anderen Unterschiede bewusst: wieder länger auf der Post anstehen, von Pennern angebettelt werden, aber auch bei französischen Akkordeon-Klängen über den Place de la Comédie schlendern.

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Ich komme wieder…

Uwe am Dezember 20, 2007

So, dass wars erstmal. Ein Semester in Montpellier ist rum, Weihnachten ist in greifbarer Nähe - Zeit sentimental zu werden. Das letzte Wochenende war ich mit Thomas nochmal in Narbonne, einer kleinen Stadt eine Zugstunde entfernt von Montpellier, es war ein kalter, verregneter aber dennoch toller Ausflug. Gestern gab es dann die gewohnte Heiße Schokolade nach dem gemeinsamen Mittagessen mit meinen Komilitonen hier. Abschied ist blöd.

Heute Abend gibt es noch eine kleine Abschiedsfeier bei mir in der WG, um mich auch noch von meinen neu gewonnenen amerikanischen und kanadischen Freunden zu verabschieden. Auch sie werden mir fehlen. Deshalb gibt es nochmal gebührend Jaeger :) und Wein zu Film und Musik, bevor wir dann noch in Montpelliers Nachtleben eintauchen werden (welches ja leider schon 1 Uhr endet).  Danach heißt es erstmal “goodbye” und “au revoir”.

Aber ich kann mich ja zum Glück darauf freuen, dass ich wieder nach Dresden komme, dort meine Familie und Freunde wiedersehe und tolle Weihnachten und Silvester feiern!

Und danach, ja danach geht es wieder nach Montpellier in die zweite Runde Studium, dieses Mal dann hoffentlich ohne Streik, aber mit genauso viel Spaß. Ich bin gespannt was so kommt…

Fröhliche Weihnachten und Joyeuses Fêtes an euch alle!

Tre dagar i Stockholm!

Uwe am Dezember 10, 2007

Viel Überredungsarbeit mussten wir vorher leisten, damit unser Trip nach Stockholm mit Evelyn, Julia, Alex und mir auch in voller Besatzung stattfinden konnte. Der Preis von 0.01 Euro pro Flug war dabei keine Erwähnung wert, es war vielmehr der Fakt, dass einige von uns dann kurz vor knapp Angst bekamen, sie könnten die “verlorene” Zeit für die Uni nicht mehr aufholen. Nun, diese Sorge sollte sich als grundlos herausstellen, da der Streik mit dem heutigen Tag in die nunmehr fünfte Woche geht.

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Advent, Advent, die Sonne brennt

Uwe am Dezember 4, 2007

Hier reißt was ein - wir schreiben die vierte Woche nach Beginn des Streiks und das Ende ist noch lange nicht in Sicht. Und so langsam gewöhnt man sich daran, den Wirkungsgrad täglichen Ehrgeizes gegen Null gehen zu lassen. So war es dann wohl auch eher die Mischung aus schlechtem Gewissen und Falschauskunft, dass die Fac wieder geöffnet habe, die mich und einige andere mehr oder weniger pflichtbewusste Studenten vergangenen Donnerstag auf den Campus trieb.

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Wann wird’s mal wieder richtig Uni?

Uwe am November 25, 2007

Nachdem ich die nunmehr zweite uni-freie Woche geistig auf allen Vieren verbracht hatte, war es mal wieder höchste Zeit für Bildung und kulturelle Begegnungen. Man kann schließlich nicht sein ganzes Leben damit verbringen, Kaffee trinkend in irgendwelchen Cafés rumzugammeln, auch wenn

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Kurzschluss-Entscheidungen

Uwe am November 20, 2007

Die Fakultät ist nach wie vor im Streik. Am Freitag Morgen wurde dann das Amphitheater von Polizeikräften geräumt. Die Universitätsleistung sprach leicht euphemistisch von einer “Evakuation”. Ungeachtet dessen wurde die Fakultät nachmittags erneut besetzt, so dass es nun am Montag oder Mittwoch eine Stimmwahl geben wird, die über den weiteren Verlauf an der Paul Valéry entscheiden wird. Aus unbekannten Quellen hieß es, dass die Blockade sich noch hinziehen könnte, einige sprachen sogar von Zeiträumen bis Weihnachten (!) Ich hoffe jedoch nicht, dass es so lange andauern wird. Diesen Dienstag wird es eine Abstimmung über den weiteren Verlauf geben. Man ist gespannt.

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Fac en grève! - Streik an der Uni

Uwe am November 15, 2007

verbarrikadierter Haupteingang blockierte Treppen und Eingänge

Seit Dienstag diese Woche befinden sich zahlreiche Universitäten in Frankreich im Streik, um gegen die drohende Privatisierung und die damit verbundene drastische Anhebung der Studiengebühren zu demonstrieren. Meine Fakultät (kurz: “fac”) hat sich den Protesten auch angeschlossen. Fast alle Eingänge und Treppenaufgänge zu Gebäuden auf dem Campus wurden verbarrikadiert. Im Amphitheater A, dem größten des Campus, übernachten zahlreiche Studenten und halten tagsüber Kundgebungen. Deshalb finden für diese Woche keine Lehrveranstaltungen mehr statt.

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Jetzt wird es ernst

Uwe am November 9, 2007

Nein, die Überschrift dient natürlich nur als literarisches Stilmittel und besitzt damit große Ähnlichkeit mit den Plastik-Löffeln hier in der Mensa: Beide halten nicht das, was sie versprechen. Einem Erasmus-Studenten, und das sage ich jetzt ohne alte Furchen bereits bestehender Klischées nur noch tiefer aushöhlen zu wollen, geht es nicht schlecht. Jedenfalls was die Theatralik der Klausurergebnisse angeht, denn die sind in den wenigsten Fällen von großer Bedeutung, da die regelmäßige Teilnahme an den Veranstaltungen wichtiger ist… Und die Mini-Plastik-Teelöffel in der Mensa eignen sich auch nur bedingt zum Tagiatelle Essen.

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4 Tage Bordeaux und deutscher Besuch

Uwe am November 4, 2007

Vergangenes Wochenende ging es mit den drei Italienerinnen Gioia, Sabrina und Roberta, und Myri, meiner deutschen Komilitonin aus Heidelberg, nach Bordeaux. Auf der Zugfahrt saßen wir eher getrennt, ich war aber auch sowasvon müde, dass ich die Fahrt über sowieso nur gepennt habe. Angekommen am Bahnhof von Bordeaux, haben wir uns dann erstmal getrennt auf die Suche nach Hotel bzw. Jugendherberge gemacht. Die Damen hatten nämlich bereits zu viert in einem Hotel gebucht und aus Angst, jemand aus dem Hotel könnte es herausfinden, Vorbehalte gegenüber meinem Vorschlag, schwarz einfach mit in ihrem Zimmer zu schlafen. So habe ich in einer gammeligen Jugendherberge gebucht, die sich nur 20 Fußminuten vom Hotel entfernt befand gebucht.

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Le thon, c’est bon!

Uwe am Oktober 26, 2007

Vorweg die fällige Erklärung, warum meine letzten beiden Beiträge so eng beieinander liegen: ich war krank. Nachdem mich die Ärztin bei der sportlichen Untersuchung vergangenen Freitag noch beschwörte ich solle doch darauf achten, täglich 5 Portionen Obst oder Gemüse und außerdem ausreichend Milchprodukte und Fisch zu mir nehmen, und mir damit nichts unbedingt Neues erzählte, sah ich dann auch mal über meine Fisch-Aversion hinweg und versuchte mich Montagabend an einer Dose Fisch mit Sauce. Le thon, c’est bon! Leider hat sich das ganze dann nachts in Magenkrämpfen geäußert. Man sagte mir ein paar Tage darauf, dass zur Zeit eine Magen-Darm-Krippe umginge, die die Mägen und Badezimmer der Betroffenen gleichermaßen heimsucht. Nun, auch ich habe dem Reiz, mich die halbe Nacht vor die Porzellanschüssel zu knien, nicht entgehen können. Danach war erstmal Bettruhe für drei Tage.

Nachdem es mir am Mittwoch dann wieder etwas moderater ging (essen macht endlich wieder Spaß!)  unternahm ich den verzweifelten Versuch, die tristen Wände meines Zimmers mit herausgerissenen Seiten aus dem aktuellen IKEA-Katalog zu schmücken. Das etwas unkonventionelle Ergebnis bringt die Erkenntnis, dass ein bisschen Papier einen Raum verwandeln kann und es Blumentöpfe für 4,99 € gibt.

Die ersten Klausuren in den Übersetzungskursen wurden gestern und heute geschrieben. Zu diesem Anlass werden dann immer gern deutsche Texte aus den Zeiten Thomas Manns oder Hermann Hesses gewählt. Deren literarische Verdienste in Ehren, aber die Wortwahl erscheint im Licht der heutigen Zeit jedoch unangebracht. So drängt sich den Absolventen der heutigen Klausur die Frage auf, warum man um alles in der Welt uns nicht die französische Übersetzung für ‘Überrock’ gegeben hat. Fazit: Eine Vokabel reicher, einmal mehr den Kopf geschüttelt.

Aber was solls, nächste Woche, beginnend mit Toussaint (Allerheiligen), ist erstmal frei. Morgen fahre ich mit italienisch/deutscher Begleitung nach Bordeaux. Ich habe gehört, man nennt Bordeaux auch petit Paris - ich freu mich schon riesig drauf!

Bis zum nächsten Mal.

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